„Mobile Music Mentors“ ausgebildet – MoMu.SH startet in nächste Projektphase

Die MoMu.SH Weiterbildung fand von Oktober 2018 bis Januar 2019 statt und zielte darauf, die/den teilnehmende/n Instrumentalpädagogin/en zu befähigen, (1) mit digitalen Technologien kompetent im Vokal- und Instrumentalunterricht umzugehen, darüber hinaus (2) ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Unterrichtsintegration von digitalen Technologien zu unterstützen und (3) gemeinsam Wissen zum technologievermittelten Unterricht in einer (Online-)Community weiterzuentwickeln. Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden damit an ihren Musikschulen eine neue Rolle als „mobile Mentoren“.

Der Lehrgang umfasste insgesamt sechs Module im Gesamtumfang von 64 Unterrichtseinheiten Präsenzzeiten sowie Praxis- und Selbstlernphasen im Umfang von 40 Unterrichtseinheiten (1 UE entspricht 45 Minuten). In selbstorganisierten Praxisprojekten erprobten die teilnehmenden Musiklehrerkräfte den Einsatz von Apps in ihrem Vokal- und Instrumentalunterricht.

Weitebildungsmodule:

·         Analog-Digital

·         Kommunikation

·         Medienalltag von Schüler/innen

·         Musikproduktion

·         Digitaler Musikschulunterricht

·         Innovation in der Musikschule – Impulsstelle 

Als Dozenten waren u.a. Franz-Michael Deimling (Kreismusikschule Plön/ Stellv. Vorsitzender), Tobias Rotsch (FH Münster), Prof. Rob Maas (FH Münster) tätig. Matthias Krebs (Leiter der Forschungsstelle Appmusik (Institut für digitale Musiktechnologien in Forschung und Praxis) der Universität der Künste Berlin begleitete das Vorhaben als Lehrgangsleiter.

Mit Abschluss des Lehrgangs wurde nun auch der dritte Projektmeilenstein abgeschlossen, bevor die Erprobungsphase des Projekts anschließt. Zunächst werden nun die insgesamt 70 iPads in eine MDM Software eingepflegt, um diese zentral steuern zu können, um mit gleichen Einstellungen und Apps versehen. Ab Mitte Februar werden die iPads verhältnismäßig nach Anzahl der Vertreterinnen der teilnehmenden Musikschulen verteilt. Knapp 100 Lehrkräfte ergänzen dann während der Erprobung ihren Musikschulunterricht mit digitalen Endgräten, die im Rahmen des Projekts angeschafft wurden, und erproben neue, digitale Unterrichtsmethoden und Apps. Nicht nur die Frage, welche Apps besonders nützlich waren, sondern auch die Frage nach Aufbau von Strukturen und iPad-Management werden in der Erprobung nachgegangen. Begleitet wird der mobile Unterricht während der Erprobungsphase der im Rahmen der MoMu.SH Weiterbildung ausgebildeten Mentorinnen und Mentoren. In der abschließenden Evaluation in der dritten Jahreshälfte 2019 soll das Projekt hinsichtlich des Kompetenzgewinns, der Struktur und den Inhalten befragt werden.

 

 

 

 

Zweiter Projektmeilenstein ist abgeschlossen: Weiterbildungskonzeption/ August 2018

Dreimal hat sich im vergangenen Halbjahr die Expertenrunde des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Projekts „Mobiler Musikschulunterricht in Schleswig-Holstein“ zusammengefunden, um ein Leitbild und Modulhandbuch für die Weiterbildung „MoMu.SH“ zu erarbeiten. Mitglieder der Expertenrunde waren die beiden Spezialisten für „Musik und digitale Medien“ Matthias Krebs (UdK Berlin) und Tobias Rotsch (WWU Münster), der stellv. Vorsitzende und Fachberater für digitale Medien des Landesverbandes der Musikschulen in Schleswig-Holstein sowie Social-Media-Beauftragte des Verbandes deutscher Musikschulen Franz-Michael Deimling sowie die Musikschullehrkraft Katja Krüger. Moderiert und protokolliert wurden die Sitzungen durch die Projektleiterin Dr. Rhea Richter (Geschäftsführerin LVdMSH) und Matthias Edeler (Bildungsreferent LVdMSH). Mit der Erarbeitung des Leitbildes und der Weiterbildungsinhalte ist der zweite Meilenstein im Projektverlauf abgeschlossen. Ab Oktober beginnt die Weiterbildung von 30 Musikschullehrkräften im LVdMSH im Nordkolleg Rendsburg, bevor in 2019 die Erprobung der Weiterbildungsinhalte in der Praxis erfolgt.

Leitbild der Weiterbildungsreihe

Ziel der Weiterbildungsreihe ist es, die/den teilnehmende/n Instrumentalpädagogin/en (Musikschullehrkräfte an VdM Musikschulen) zu befähigen, mit digitalen Technologien selbstsicher umzugehen, um damit optimal ihre/seine Schüler/innen beim Instrumentlernen zu unterstützen. Die Teilnehmenden werden darüber hinaus als Mentoren ausgebildet, die ihre Kolleginnen und Kollegen dabei unterstützen, digitale Technologien in ihrem Vokal- und Instrumentalunterricht zu integrieren. In diesem Kontext  soll eine Gemeinschaft der Teilnehmenden und Mentoren entwickelt werden, um sich über den Weiterbildungsrahmen hinaus über aktuelle Fragestellungen (z.B. Integration von Technologien im Musikschulunterricht). Die Kommunikationsplattform wird während der Weiterbildung zusammen mit den Teilnehmenden  entwickelt. Es entsteht eine quasi “dynamische Mentoren-Guideline”.

Die Verwendung von Technologien sollen von den Teilnehmenden dahingehend reflektiert werden:

  • Voraussetzungen (Technik/Wissen/Rechtslage)

  • Alternativen (andere Technologien, andere Lösungsansätze mit derselben Technologie etc.),

  • Kollaboration (Austausch mit anderen)

  • Problemorientierung (Probleme beschreiben und Antworten finden können).

Maßgeblich für das Leitbild der Weiterbildung ist, dass die Lebenswelt der Schüler/innen im Musikschulunterricht berücksichtigt wird. Dazu gehören z.B. deren Talente, Vorlieben, Interessen.  Eine so gestaltete Unterstützung der Schülerinnen und Schülern ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung (Selbständigkeit, Ressourcen) und orientiert sich an der musikalischen Praxis.

 

 

 

 

 

Wie digital unterrichten VdM-Musikschulen nördlich der Elbe?/ Februar 2018

Als erster Meilenstein im Rahmen des Projekts MoMu.SH wurde von Dr. Rhea Richter (Geschäftsführung des Landesverbandes der Musikschulen in Schleswig-Holstein) und Matthias Krebs (Leiter der Forschungsstelle Appmusik/ Universität der Künste Berlin) ein Fragebogen entwickelt, der nach der Realität der digitalen Infrastruktur an Musikschulen fragt und darüber hinaus als Pilotstudie für eine Forschungsprojekt darstellt, in dem Deutschlandweit Lehrkräfte befragt werden sollen. Leitend war die Frage: Welche technischen, methodisch-didaktischen und künstlerischen Herausforderungen müssen von den Lehrkräften bewältigt werden und welche Bedarfe für Weiterbildungsangebote bestehen bei diesen, um  die Mobilgeräte gewinnbringend für das Erlernen von Musikinstrumenten im Musikschulunterricht zu integrieren? In Form einer ersten Bestandserhebung und Bedarfsanalyse  wurden die Lehrkräfte zu ihrer Geräteausstattung, den verwendeten Apps sowie zu ihrer Einstellungen zu Potenzialen und Chancen des mobilen Musikunterrichts befragt. Darüber hinaus wurde strukturellen Fragen nachgegangen (z. B. nach der digitalen Infrastruktur in den Lehrgebäuden), als auch Fragen zur Nutzungshäufigkeit von Mobilgeräten im Unterricht gestellt.